©2002
Der nachfolgende Text handelt vom ZEITKREIS.
Das ist die Philosophie der EWIGEN WIEDERKEHR DES GLEICHEN.
SIE IST DAS EWIG SEIENDE DES SELBEN
SIE IST DER ZEITKREIS
Ob die Zeit selber wohl ein Kreis sein könnte???--- "Der Weg auf und ab ist ein und der selbe". "Wer in den selben Fluß steigt, dem fließt anderes und immer wieder anderes Wasser zu. Wir steigen in den selben Fluß und doch nicht in den selben, wir sind es und wir sind es nicht". "Der Tote zündet sich ein Licht an, wenn er gestorben ist". Diese Aussagen stammen von Heraklit, dem "weinenden Philosophen", wie er genannt wurde. Seine abgründigen Gedanken waren nur schwer nachvollziehbar, weswegen er ferner der "Dunkle" genannt wurde. Heraklit stammt aus der vorsokratischen Zeit und lebte in Ephesos von 544-483. Er meint, daß der Gang in der Welt, nachdem er vorwärts abgelaufen ist, nachfolgend rückwärts ablaufen muß, und so in alle Ewigkeit fort. In der heutigen Zeit würden wir im Zusammenhang mit diesem Gedanken vermutlich vom pulsierenden Weltall sprechen. Auch Nietzsche (1844-1900) entwarf ein Bild, das dieser Vorstellung entspricht und bezieht sich dabei direkt auf seinen geistigen Ahnherren Heraklit. Nietzsche spricht von der Ewigen Wiederkehr des Gleichen. Dieser Gedanke besagt im Prinzip nichts weiter, als daß alles, aber auch restlos alles, was ist, also Sein oder Werden ist, sich wiederholt, und zwar als das genau Gleiche - als Abbild seiner selbst! Er besagt, daß alles wiederkehrt im Größten wie im Kleinsten; also, daß alles künftig wird wiederkehren unendlich oft und vor allem auch, daß alles Gewesene bereits wiederkehrte unendlich oft, und stets als das Gleiche - als Abbild seiner selbst! Als Kernsatz für diesen Gedanken könnte ein Satz aus Nietzsches Zarathustra gelten. Dort heißt es: "Die Zeit selber ist ein Kreis". Das ist schließlich genau das Gleiche. Eine Pendelbewegung hat die Kreisbewegung zum Inhalt, wie umgekehrt die Kreisbewegung die Pendelbewegung zum Inhalt hat. Wie ist diese Aussage von Nietzsche gemeint, also daß alles ewig wiederkehren würde als das Gleiche? Zum Beispiel und vor allem ist sie nicht nur mechanistisch gemeint. Das wäre ja nur eine Art schlechtes Karussellfahren. Beim Weiterdenken dieses Gedankens würde einem schwindelig werden. Und wer weiß, vielleicht würde der Gedanke selber zum Schwindel werden. Rein mechanistisch gesehen sehen wir so am Wesen des Gedankens vorbei. Das unterscheiden zu können, ist dabei entscheidend. Bei Nietzsche lesen wir weiterhin: "Dem Werden den Charakter des Seins aufzuprägen, das ist der höchste Wille zur Macht. Daß alles wiederkehrt, ist die extremste Annäherung einer Welt des Werdens an die des Seins: Gipfel der Betrachtung". Will heißen: Daß eine Welt im Gesamten ihres Seins sich dadurch bedingt, daß sie in ihren Teilen unablässig entsteht und vergeht. Will heißen: Daß in Wahrheit ein Kontinuum vor uns steht, eine Art unendliche Gegenwart, um die herum nichts sonst ist. Will heißen: Es gibt in der Welt nur das, was es gibt, was immer das ist, und wie immer wir es bedeuten und benennen. Das sind lapidar gesagt wir und der Rest der vernehmbaren Welt. Alles andere ist sozusagen Schall und Rauch. Die von Nietzsche beschriebene Ewige Wiederkehr ist eine ewige Wiederkehr, und zwar des Gleichen. Und das, was in diesem Begriff als das Gleiche angesprochen ist, das ist unsere Welt, ja der gesamte Kosmos, das allumfassende und allumfassendste nur Denkbare und vielleicht nicht mehr Denkbare in ihren kleinsten und größten Ausdehnungen, eingeschlossen allem in der Vergangenheit dagewesenem und noch allem, das da künftig kommen wird. Es ist unsere allumfassende Welt in ihrem räumlichen Nebeneinander gleichermaßen wie auch in ihrem zeitlichen Nacheinander und wenn man so will: der Weltprozeß im Kleinsten wie im Größten. Es heißt dies, daß unsere Welt in ihrem Prozeß sich auf ewig wiederholt, und zwar stets als die Gleiche. In der Tat, exakt in dem Augenblick, wenn wir gestorben sind, durchlaufen wir unser Leben erneut - als das genau Gleiche. Sollte sich dereinst die Theorie vom pulsierenden Weltall bewahrheiten, dann ist dabei wichtig, zu begreifen, daß das Weltall "zwischenzeitlich" unzählige Male pulsiert haben mag, bis endlich derjenige Zyklus sich wiederholt, wo jedes einzelne menschliche Leben sich wiederholt und die gesamte Geschichte des Menschen, wie der Tiere, wie der Pflanzen, wie der gesamten Geologie überhaupt. Zwischen zweimal dem gleichen Zyklus, also von Urknall bis Urknall, mögen noch so viele weitere Zyklen angesiedelt sein, daß sie sich jeder menschlichen Vorstellungkraft entziehen. Es mag sich weiterhin jeder Vorstellungkraft entziehen, welche Welt sich in einzelnen bestimmten Zyklen entspinnt. Es sind keine Welten, die in Menschenköpfen Platz hätten. Es ist schon klug, sie aus dem Gedächtnis zu streichen. Nach noch so viel Zyklen ist "unser" Zyklus wieder dabei, und alles ist dann gerade so, als gäbe es nur genau diesen einen Zyklus. Und genau dieser beschert uns das ewige Einerlei, wie man sagen könnte. Das sind durchaus keine trostbringenden Aussichten. Spontan merken wir: Das ist die Sinnlosigkeit des Daseins pur, das ist Nihilismus. Immer wenn der Weltprozeß zu Ende geworden ist, sowohl in Materie und Raum als auch in Energie und Zeit, alles im Größten wie im Kleinsten, beginnt sie wieder von vorn: Und wieder als die Gleiche - in Form des Abbildes ihrer selbst! Dies als Mensch akzeptieren zu müssen, muß schwer sein und Kräfte erforderlich machen, die er zur Zeit wohl noch nicht willens ist, aufzubringen, da er über sein isoliertes Ich-Empfinden hinausgehen müßte. Nietzsche spricht in genau diesem Sinne vom Übermenschen, der nicht etwa das große gelbe "S" von Supermann auf blauem Bluson trägt, sondern befähigt sein muß, kosmisch zu empfinden. Nietzsche beschwört das Heraufkommen des Dionysischen Weltreiches, in welchem das "Kosmische Ich" regiert. Das ist ein "Ich", das über seinen eigenen Horizont hinausfließt. Gerade hieß es, die Welt in ihrem Prozeß könne zu Ende werden und eben damit auch in ihrer Zeit. Zeit aber hier könnte nur in einer fiktiv gesetzten Überzeit zu Ende werden. Man sieht, es kommt zu sprachlichen Verwicklungen. Das Entstehen und Vergehen in dieser Welt in ihrem Prozeß muß man in einem außerzeitlichen Sinne verstehen. Kurz: Die Zeit müssen wir uns als Kategorie wegdenken. Alles Nacheinander sei somit ein Nebeneinander! Die Welt nämlich der ewigen Wiederkunft des Gleichen ist nichts anderes als die Welt des ewig Seienden des Selben. EWG=ESS. Wenn nun aber das eine zugleich das andere ist, weswegen wissen wir dann nicht, ob wir in der von Nietzsche besagten Welt schon einmal dagewesen sind, wenn es sogar unendlich viele Male schon gewesen sein sollen?- Ich meine, daß man künftig wiederkehren wird, mag wahr sein, wir werden es schlecht überprüfen können; doch daß sich dieses in der Vergangenheit soll zugetragen haben und sogar unendlich oft schon, verblüfft und stimmt bedenklich. Von einem einzigen Male, am besten dem letzten Male, sollte möglich sein, zu wissen, damit wenigstens die Andeutung eines Beweises gegeben ist. Es heißt doch dort bei Nietzsche, daß wir schon unzählige Male dagewesen sind und immer als die Gleichen in immer der gleichen Welt, im gleichen Jahrhundert, an den gleichen Orten, unter den gleichen Sternen, unter stets den gleichen Bedingungen des Mikrokosmos wie des Makrokosmos, mit den gleichen Menschen, Gebrechen, Lastern und allen nur denkbaren Einzelzuständen und Einzelzufällen schon dagewesen sind und natürlich auch wieder dasein werden, ob wir wollen oder nicht. Wissen wir denn auch nur von einem einzigen Male? Nein, wir wissen es nicht! Und wir können es auch gar nicht wissen. Der Gedanke selber schneidet sich das Recht dazu ab. Warum? Nun: Wissen wir etwas, so erinnern wir etwas, will heißen, so haben wir etwas hinübergeschleppt von jener Welt in unsere Welt hinein. Es müßte dann irgendein Transport möglich sein und auch stattgefunden haben. Bei der von Nietzsche beschriebenen ewigen Wiederkehr handelt es sich wohlbemerkt um eine ewige des Gleichen. Kehrt dort nämlich alles wieder und als das Gleiche, so kann hinübergeschleppt werden nicht etwa irgendein einziges vielleicht noch so großes Teil einer gesamten Welt, sondern muß hinübergeschleppt werden: alles! Wird aber alles hinübergeschleppt, so ist es gleichbedeutend mit dem, daß hinübergeschleppt wird: nichts! Und wird hinübergeschleppt ausnahmslos nichts, so ist die Welt der ewigen Wiederkehr des Gleichen eine Welt des ewig Seienden des Selben. Nochmals: Wird alles hinübergeschleppt von jener Welt (-die ja unsere Welt letztenendes ist-) hinein in unsere Welt (-die doch ebenfalls unsere Welt ist-), so ist die Welt ewig sich gleich. Wird dagegen hinübergeschleppt nichts, so bleibt die Welt ewig sich selbst. Es darf also getrost die Gleichung aufgestellt werden: EWG=ESS. Wird also alles hinübergeschleppt, so kehrt sie wieder als die genau Gleiche - als Abbild ihrer selbst! Wird andersherum ausgedrückt nichts hinübergeschleppt, so bleibt die Welt ewig sich selbst, egal, ob man sie aus Menschengeistesaugen heraus als starres Sein begreift oder als bewegliches Werden. Es spielt dann keine Rolle, ob man das Starre dann sieht oder das Veränderliche. Es spielt keine Rolle, ob man das Feste und Unveränderbare dann sieht oder das, was Prozeß in sich birgt, was fließt und sich bewegt. EWG = ESS !!! Das eine Mal kehrt die Welt wieder als Abbild ihrer selbst, eben als die Gleiche. Das andere Mal in der Betrachtungsweise bleibt die Welt als Sein ihrer selbst, eben sich selbst. An den Enden eines jeden Weltprozesses, am Beginn wie am Ende, steht nicht eine andere und jenseitige Welt, sondern schlichtweg ein Hiatus zwischen zwei mal dem selben Sein des Weltprozesses. Alles bleibt sich selbst ewig treu. Alles Hintereinander in diesem Sinne verstehe man als Nebeneinander! "Ein Kontinuum steht in Wahrheit vor uns", wie Nietzsche schon bemerkte. Die Welt ist in sich selber verschlungen. Überall ist Sein, unser Sein - ewig! "Mit festen Schultern ist das Sein gegen das Nichts gestemmt", so Nietzsche. Daß dem so ist, läßt sich nicht beweisen noch widerlegen. Daß es die ewigen Wiederkehr des Gleichen gibt, das Ewig-in-sich-selbst-einmündende, läßt sich nicht beweisen noch widerlegen, ebensosehr wie sein denkbares Gegenteil, also eine Welt, hinter der andere und jenseitige Welten zu vermuten wären, wo etwa Götter das Zepter halten, oder gar auch nur ein Gott alles lenkt und am Ende auch, was der Mensch denkt, wo Himmel und Hölle so wie Erlösung und Verdammnis zu erwarten wären oder auch nur ein riesiges Nichts, das wir uns eh nicht denken können. Parmenides, ebenfalls ein Vorsokratiker wie Heraklit (beide lebten zeitgleich), sagte: "Das Nichts könne nicht gedacht werden". Er sagte auch: "Was nicht gedacht werden kann, das ist nicht (seiend)". Durch Parmenides haben wir einen weiteren Verweis auf unsere Welt als die allein existierende unter Ausschluß allem, was nichts ist - was immer das wäre, dieses Nichts. Der Gedanke des Zeitkreises könnte also durchaus wahr sein. Aber er schneidet sich selber den Weg ab, bewiesen oder widerlegt zu werden. Genauso wahr jedoch ist, daß das eine, wenn es bewiesen wäre, damit das andere zugleich widerlegt hätte. So fordert es zumindest die Logik! Falls man sich der Versuchung hingibt, den Gedanken der ewigen Wiederkehr des Gleichen sachgerecht fundamentieren zu wollen, so nimmt das seinen Ausgangspunkt wahrscheinlich in der Feststellung, daß all das, was wir unser Sein nennen mögen (das ja eigentlich auch gegen nichts sonst benannt werden kann, da es sich gegen nichts sonst Erfahrbarem abhebt) somit schlichtweg: seiend -ist-! Das eben sei uns ewig! Mag es Chaos sein, mag es Kosmos sein, mag diese Unordnung oder auch Ordnung Flüssiges wie Festes in sich birgen, mag sich in ihm Zeit vollziehen oder auch nicht, mögen wir dieses Sein, das zum Schluß kein Bestimmtes Sein mehr ist, Sein an sich nennen oder sogar Nichts, eben, weil es sich bereits zu nichts reduziert hat, egal: Das dürfte der Ausgangspunkt allen Denkens sein, die bloße Feststellung dessen, was da seiend wie werdend -ist-. Mehr wissen wir letztlich nicht und können wir wohl auch nicht wissen, höchstens weise schlußfolgern. Die Welt, sie läßt sich eben nicht zerteilen. Wir können es tun, um uns in ihr zurechtzufinden. Wir können es aber nicht tun, um Wahrheit zu finden. Was überhaupt können wir wissen, wenn wir wissen wollen? Wenig ist es! Wir erinnern eine Zeit, da wir vier Jahre alt waren. Und davor? Was war davor? Davor war die Unendlichkeit! Das war davor! Bei Nietzsche finden wir beispielsweise hierzu folgende Aussage: "Wären wir auf eigene Erinnerung und Erwartung eingeschränkt, so würden wir Geburt und Tod gar nicht kennen: so wie die ganze Gattung der Menschen sie nicht kennt". Diese Aussage ist bedeutsam, zeigt sie doch, wie wir mit unserer Erfahrungswelt einzig in unser alleiniges Dasein eingesponnen sind und in nichts sonst. An beiden Enden, Geburt wie Tod, zerfließt Dasein in die Unendlichkeiten des Nichts. Was sich dort auftut, läßt sich nur schlußfolgern. Gewiß, wer wollte schon daran zweifeln: Wir sterben und gehen wohl hin nach dort, von wo wir her kommen. Was das aber an sich ist, also dieser jenseitige "Ort", das wissen wir nicht. Es ist dies fernab unserer Erfahrungswelt, und wir nennen es mal so mal so und immer wieder auch so: Gott. Und immer wieder versuchen wir in Gott den Halt und die Begrenzung zu finden, die unser Dasein an beiden Enden, also Geburt und Tod, nicht zuläßt. Am Ende bleiben wir in unserem Leben gefangen wie in einem Käfig, ob wir es schön finden oder nicht. Außerhalb mögen andere Dinge wahr sein und gar für eine Art Gerechtigkeit sorgen, die es im Erdendasein bekanntermaßen nicht gibt. Aber von der können wir nichts wissen - falls es sie überhaupt geben sollte. Direkt und vorort verbleiben wir alle immer und ausnahmslos in unserer Welt wie in einer Mitte, aus der es sich nicht herausfinden läßt. In diesem Meer der Mitte haben wir zugleich (zumindest hier im Text) einen Schlußpunkt gefunden - einen Schlußpunkt nämlich inmitten der Kreislinie, wenn man so will. Denn ab hier sollte man den Zeitkreisgedanken kontemplativ auf sich wirken lassen. Wer es nicht tut und zugleich versucht ist, diesen Zeitkreisgedanken zu Ende zu denken, droht in eine wilde Karusselfahrt einzumünden. Belassen wir also die Welt bei sich selbst, um das zu vermeiden. Es ist zu vermuten, daß wir selbst dann auch bleiben, und zwar bei uns selbst - in der Goldenen Mitte unserer selbst. Der Mensch ist dann wieder die Mitte und Zentrum des gewaltigen Alls - in Harmonie und Geborgenheit. Im Meer der Unendlichkeit - auf weichen Wellen sich wiegen lassen - wagen wir's! Gott wird es uns danken! Gott??? Ja, das soll es geben!!! Nietzsche: "Wir sind die Figuren im Traume des Gottes, die erraten, wie er träumt".
nachtrag vom 2011-09-09:
der gedanke der ewigen wiederkehr des gleichen mag manchem, der von ihm das erste mal hört, als nicht hinnehmbar erscheinen.
und das ist auch nachvollziehbar, denn kaum einer will es hinnehmen, dass die welt ohne sinn sein könnte.
die welt vielmehr, wenn wir menschen uns als maßstab nehmen, träumt und gebiert ihre unendlichkeit.
wir sind gekommen zu träumen (goethe).
der mensch fühlt sich magisch angezogen von dem, was er selbst nicht ist und projiziert damit erst den sinn des seins.
die gesamte welt, wie sie dem menschen doch unvollkommen erscheint, mag einem geistig suchenden absurd erscheinen.
er mag fragen: warum ist das seiende seiend?
warum ist sein und nicht vielmehr nichtsein?! (heidegger).
was überhaupt soll das ganze zerrissene und verrissene szenario.
wäre ein völliges nichts nicht viel perfekter?
und natürlich: es mag sein, dass der fragende sofort wieder verstummt, wenn er doch weiß, dass er vom nichts bedauerlicherweise nichts weiß.
nichts? das ist doch nur ein wort! das weiß der fragende.
das nichts kann nicht gedacht werden (parmenides).
wenn es gedacht werden könnte, dann wüssten wir alle wohl, was war, als wir vor unserer eigenen geburt noch nicht waren, also noch tot waren.
aber das genau wissen wir nicht.
und wenn wir einst von der erde gehen werden, dann werden wir wohl dort hingehen, wo wir herkamen.
wir gehen heim.
unser erdendasein ist eine gastrolle.
vielleicht ist dieser "ort" nur dieser hiatus, also diese lücke, zwischen zweimal dem selben sein und so infinitum - vielleicht!!!
vielleicht aber ist diese lücke etwas einfach unbeschreibliches.
mag sie sein, was immer sie sein könnte, wir können es nicht beschreiben und diese lücke bleibt somit für uns (!) nichts.
und für wahr, die lücke mag eine lücke in einer kreislinie sein, die durch das leben übersprungen wird, ohne dass die lücke im eigentlichen da war.
das wäre der zeitkreis und die ewige wiederkehr des gleichen.
wenn diese lücke aber für uns zwar nichts ist und wir in einem anderen gedachten szenario zudem niemals wiederkehren, dann genügt es nicht, sich über dieses nichts keine gedanken zu machen.
dieses nichts, also dieser tod, so will es den anschein haben, relativiert und nivelliert dann alles.
ist der tod erst einmal eingetreten, dann stirbt mit ihm ganz profan ein gewaltiger kosmos.
die lichtjahre, die sonnen, die galaxien und was sonst der kosmos an gewaltigen ungeheuerlichkeiten beherrbergen mag, zerschmilzt ganz bescheiden zu nichts.
das eigene leben, das kurz vorher noch gelebt wurde, zerschmilzt zu nichts.
es hat dann keine bedeutung, ob man lange gelebt hat oder wie oft.
mehr noch: es besteht die ernsthafte frage, ob man überhaupt gelebt hat!
wer ist noch da, das beantworten zu können?
solange aber menschen noch da sind, also vertreter der eigenen spezie, lässt sich allerdings aussagen, dass man zumindest in ihnen fortlebt.
das individuum stirbt, die gattung aber (solange sie überlebt) bleibt.
insofern lebt man selbst in ihnen fort, und nicht nur in den eigenen kindern, sondern auch in fremden menschen und unter ihnen in den freunden wie in den feinden oder gar dem eigenen mörder.
wir leben, so könnte man sagen, austauschsweise durch unseren tod das leben des anderen, so wie der andere seinen tod zu unserem leben zurückspiegelt.
man könnte auch sagen, wir spiegeln uns gegenseitig.
das leben im gesamten ist ein aufblitzen von seelen, die ihre kraft aus der gewitterwolke beziehen.
(das gesamte leben gedacht als gewitter? durchaus!)
jede seele ein abziehbild aus der göttlichen vorlage, ein urbild aus dem urgrund - dem urgrund, von dem wir nichts wissen können.
denn er, der urgrund, ist unbestimmtes sein, also das sein im allgemeinen, das uns unerfahrbar bleibt - somit also nichts ist.
nochmals: wir sind die figuren im traum des gottes, die erraten wie er träumt.
in diesem satz will des wort "des" von besonderer wichtigkeit erscheinen.
das wort "des" weist darauf hin, dass gott nicht als gegeben gesetzt ist.
gott ist ein produkt unsererselbst, also eine projektion - aber dadurch tatsächlich nicht unwirklicher.
alles wäre anders, wenn die tür aufginge, und gott persönlich einträte und uns sagte, er würde mal eben die karten neu mischen.
immerhin: toyota!
nichts ist unmöglich!
über die welt mögen wir denken wie wir wollen.
und wer tief über sie nachdenkt, kommt schnell da hin, dass er sie eigentlich für unmöglich hält.
aber da gibt es kein rütteln: diese unmögliche welt, wenn wir sie in dieser art denken, ist möglich, denn sie ist, sie ist da.
und in dem augenblick, wenn sie da ist, kann kein gott sie uns nehmen.
das kann selbst gott nicht.
er kann sie hinterher nehmen.
mehr noch, er kann sie sogar ungeschehen machen.
aber erst hinterher.
und das ist der wahrhaft göttliche anteil in uns menschen, der uns freiheit im denken gibt - wenn wir sie uns nehmen!
toyota!
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THAT IS THE ETERNAL BEING OF THE SAME THING
THE CIRCLE OF TIME
What is the time, a cycle in itself? “The way with its ups and downs is one and the same” “He, who enters the river, will come across water which turns out always in a different way. We enter the same river, however, yet it is not the same one, it is us and it is yet not us.” “The deceased lights a light to himself as soon as he is dead”. This statement was made by Heraklit, the crying philosopher, as he was called. His unfathomable thoughts were hardly to be understood, for which he was later called “the dark one.” Heraklit derived from a time before Sokrates and lived from 544-483. His opinion is that the course in the world, after it had completed its forward movement, needs to result in a backward movement with its keeping this way in all eternity to come. Nowadays we probably would speak of a pulsating space. Nietzsche (1844-1900) too, created thoughts which meet this kind of imagination made by his intellectual ancestor, Heraklit, to whom he directly refers to. Nietzsche speaks about the “eternal return of the same.” This thought in principal tells nothing else than this that all the whole process in total of being and becoming, repeats eternally as exactly the same thing – as a copy of itself. It tells that everything returns in macro- and in micro-cosmos, thus that everything in future will return endlessly often and above all that all past being has so far been repeated infinitively often and always as one and the same thing – as a copy of itself. A sentence from Nietzsche’s Zarathustra could represent this thought accordingly as an essential point. There it is said: “The time itself is a circle.” Consequently it means just the same thing. The essence of the movement of a circle is the movement of a pendulum and vice versa. What is meant by Nietzsche’s statement that everything would return as just the same? For example and above all it is not just meant mechanistically, which would only be a kind of a rather bad merry-go-round-ride. In case of thinking ahead such thoughts one would surely feel giddy. And who knows, these thoughts themselves possibly would turn into a feeling of giddiness. Considering it just mechanistically we would evade the issue of those thoughts. In this connection it is decisive to be able to differentiate. Furthermore, we can take from Nietzsche: “To stamp the character of being on the process of development that is the highest will to power. That everything returns is the most extreme approach of the world in its process of development to the world of being: Peak of studies.” That is that a world in total size, in its being, is dependant on account of its parts permanently coming into being and passing away. Means that in reality there is a continuum ahead us, a kind of infinitive presence on which around us there is nothing else than just this presence. Means that in the world there are only those things which are available, whatsoever they may be and no matter how we would call and give meaning to them. It is us, lapidary said and the perceptible rest of the world. Everything else is just an illusion. The “eternal return” described by Nietzsche is an eternal return with the essence of the same. And that what is introduced with this term “as the same” …that is our world, well, the whole cosmos itself, the comprehensive and total comprehensive of an all imaginative and possibly even beyond way of thinking, the world in its largest and smallest extensions, with its inclusion of all existence in the past and even all future things to come. It is our all-comprising world in its co-existing relating to space to the same effect as to its succession relating to time and if seen like that: A process in the world playing its part in macro- and micro-cosmos as well. There it is said that our world in its process returns eternally in this way as just the same one. In fact right in this moment, when we have passed away, we once again live our life in all stages - as just the same one. In case the theory of the pulsating universe turns out to be true in days to come, then - in connection to it - it is important to understand that the universe may have pulsated innumerable times in the meantime (running times in between) until ultimately that cycle comes up again in which every single human life expresses itself as a continuous case of recurrence as well as the whole evolution of man, animals, plants and at all the whole geology itself. Between two times of the same cycle, meant from big bang to big bang, there may be yet so many cycles going beyond any human imaginative faculty. Furthermore, it may exceed any imaginative faculty which world would spring up in curtain single cycles. Surely, they are no worlds able to establish in human heads. So it is not at all stupid to delete them from our memory. After so many cycles "our" cycle is again among it and everything appears as if there only would be just that cycle. And it is just that cycle which is our eternal "one and the same" as one could express it and is by all means not a prospect to take comfort in. Spontaneously we feel: This is the senselessness of the being in its purest form…it is nihilism. Whenever the world process has come to an end in its process of development, concerning both in matter and space as well in energy and time, in macro- and in micro-cosmos, the process starts again: And again as just the same…in form of a perfect copy of itself. To accept this as man seems to be very hard requiring forces which are not yet available to produce since man had to go beyond his isolated perception of his self. In exactly this sense Nietzsche speaks about the superman, who is not wearing the big yellow “S” on the blue jersey, but needs to have qualities to think and feel cosmic-like. Nietzsche invokes the coming up of an all-over Dionysian empire in which the “cosmic self” rules. Just this is an own being (self) flowing beyond its own horizon. It was just mentioned that the world in its process may come to an end as to the process of development and therefore also relates to its time. Time, however, could only come to an end within a super-time brought in fictitiously. We become aware that this leads to linguistic complexities. The coming into being as well as its passing away in this worldly process has to be understood in a way as a sense beyond the time. In short: We have to ignore the time as category. In this connection all succession is meant to be as a co-existence! For the world of the “eternal return of the same” is nothing but the world of the “eternal being of the same.” So EROTS = EBOTS. However, if one thing is at the same time the other thing, for what reason we do not know then whether we have already been there in the world described by Nietzsche…even in case of having been there endless many times? In my opinion we will return again in future, which may be true but which we may hardly get proof of. Yet that this should have happened in the past in a process of even innumerable repetitions leaves a smack of perplexity and is disquieting. From just one time – at best just from the last time – it should be possible to know it, so that at least a mere indication of evidence is given. It is stated by Nietzsche that we have been here in this world for a countless number of times and always as the same persons, in always the same world, in the same century, at same places, under same stars, on same conditions of the macro- and micro-cosmos surrounded by just the same people, to bear the same shortcoming and burden, to be exposed to all single conditions and single chances happened and happened before which will – of course – happen again and again…whether we do want it or do not want it. Do we have knowledge only from one single time? No, we do not have! And we are not even able to know it. The thought itself cuts off the right to that. Why? Well, as far as we know something we remember something, means we have taken something from that world to our world. A kind of “transport” must be possible then which also should have taken place. Referring to the eternal return described by Nietzsche is surely a question of an eternal return of the same. Should there be a returning of everything as the same in this sense, no single part of a whole world can be taken to the other side, no matter how big it may be but has to be taken over there as a total completed size, thus as just the same. And if everything is being transported from there to here, its meaning is equivalent to the fact that nothing is and will be transported. Thus, there is nothing which can be transported – with no exceptions – (from there to here) consequently the world of the “eternal return of the same” is a world of the “eternal being of the same.” Again: If everything is and will be transported from that world (which nevertheless likewise is our world), so the world is identical to itself. On the other side, if nothing is and will be transported, the result is that the world stays in all eternity equally to itself. Without hesitation the equation may be put up as: EROTS = EBOTS (eternal return of the same = eternal being of the same). In case of transporting everything from one side to the other, the world would return as just the same – as a copy of itself! The other way round, to express this in other words, if nothing is transported or taken over there, the world stays eternally as the same one, independently whether this is understood as a mere unchangeable, inflexible being seen by human mental eyes or as a changing process of development. It does not play any roll then whether the being is seen as something changeable or unchangeable. It does not play any roll as well whether the fixed, rigid, and unchangeable being is seen or those things containing process as a flowing and moving something. EROTS = EBOTS!!! One time the world returns as a copy of itself, as exactly the same. The other time when viewing it the world as being stays in itself, just in itself. At the ends of each world process, at the beginning and the end, there is no other and otherworldly world but simply a hiatus among two forms of the same being of the world process. Everything remains eternally true to itself. In this sense everything in succession is to be understood as a co-existence. “A continuum in reality is ahead of us”, as Nietzsche has already remarked. The world is interlaced in itself. Everywhere is being, our being, eternally! “The existence is planted against the non-existence with strong shoulders”; with reference to Nietzsche. That this is true can neither be proven nor refuted. That there is such an eternal return of the same, discharging eternally into itself, is beyond any proof and refutation as well as its thinkable opposition, thus that there is a world were there are to be supposed others and otherworldly worlds, in which gods are in ruling power or even just one God is in control of everything. Furthermore, in respect of what man is thinking that there is to be expected heaven and hell as well as salvation and damnation or just a giant and huge void and nothingness (non-existence), which, anyhow, is not thinkable and imaginable. Parmenides, who also – like Heraklit - lived before Sokrates (both lived at the same time), said: “The void and nothingness cannot be thought or imagined.” He also said: “Thoughts which cannot be thought or imagined are not available (existing).” Due to Parmenides we have a further reference to our world as the only existing one, excluding everything what is nothing – whatsoever it may be that void and nothingness. The thought of the circle of time could therefore, by all means, be entitled to be true. However, it cuts off its own way to be proven or refuted. In the same way it is true that if one of the ideas shown is proven the other one would consequently be refuted by this according to a logical reasoning. If one would devote to the temptation to give basis to the idea of the eternal return of the same in a relevant way, it might have its starting point in the ascertainment that everything that we may call our being (that properly cannot be named against anything else, since there would be otherwise a contrast against nothing that could be experienced) is therefore just: Being! That may be our eternity; may it be chaos, may this kind of disorder or order contain a flowing, moving or rigid condition, may it be executed with or without time, may we call this being - that it ultimately no longer represents a definite being - as being to itself or even as a void and nothingness, because it already has reduced itself as nothing of the kind...no matter: That may be the starting point of all ways of thinking, the mere ascertainment of that what there is being and what there is a process of development. Ultimately we do not know more and are not able to know more, just, to the highest degree, a mere wise conclusion may be possible. In this way the world cannot be put into pieces. Yet, we are able to do so in order to find our way in it. However, we are unable to do so just to find truth in it. What at all are we able to know if we want to know something? Well, it is just a bit! We remember a time at times we were four years old. What about our memory before that? What was there before that? Before that there was the infinity! Just that was before! As an example we find the following statement made by Nietzsche: In the event of being limited concerning our own memory and expectation we would neither know death nor birth: As the whole human race does not know it.” This statement is significant since it shows how in a unique way we are wrapped up in our sole existence and nothing else than that according to our empiric world. At the two endings sides, birth as well as death, being is dissolving away into the infinities of the void and nothingness. What opens there can only be concluded. Certainly, who would doubt it: We surely die and go to the place, from where we originate. What is really meant with this, such otherworldly “place”, we do not know. This is far away from our empiric world and we call it this and that and another time: God. Again and again we try to find in God the steadiness and the limitation which our existence, relating to both ends, namely birth as well as death, is unable to allow. At the end of our life we keep on being prisoners in a cage whether we like it or not. Within outside other things may be true or even may provide for a kind of justice which is as a known fact not available in our existence on earth. But we are unable to know anything about this kind of justice – should its existence be at all available. Directly and on the spot we all stay for good, with no exceptions, in our world like in a centre from which there is no escape. In this ocean of our midst we have found a final point (at least here in the text), that is the final point in the midst of the circular line, if wanted like that. From this point the "time-circular-thought" should be produced contemplatively an impression on oneself. He, who is not doing so and at the same time is endeavoured to end this "time-circular-thought" in his way of thinking is threatened to run into a wild merry-go-round-ride. So let us leave the world by itself in order to avoid this danger. It is assumed that even in this case we also stay with us just by ourselves – within the golden centre of ourselves. Then the human being is again the middle and centre of the huge cosmos – in harmony, safety and security. In the ocean of infinity – being swayed on soft waves – let us dare it! God will thank us for it! God??? Well, he is ought to exist!!! Nietzsche: We are the appearances in God’s dream guessing in which way he dreams.”
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