Diverse Verse von Michael Korn und Donald Gärtner

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LISA AUS DEM TRAUM

Ja, ich sah dich
Ich sah dich-
Wenn auch nicht nah.
Bekleidet warst du nur
Mit deinem goldnem Haar

Auf weißen Wolken
In einem blauen Meer
Schwebtest du, ja, du winktest mir zu
Sehnsucht blieb, keine Ruh

Ich kenn dich nicht
Allerschönste - doch bitt ich dich
Warte nimm mich mit.
Und komm näher, zeig dein Gesicht.

Ihr Haar spielte im Wind
Wie zart ihr Körper
Wie natürlich - rein sie war
So wußte sie, gleich bin ich da

Als ich berührte ihre Wolken
Und dachte ich wäre im lieblichen Raum
Da verschwand sie; denn
Lisa war nur ein sehr schöner Traum





HALLO FREMDE

Deine Beine sind lang
Dein Busen groß
Und die Bluse eng
Es ist ganz leicht
Zu wissen, woran ich denk

Alles ist klar
Ich komme jetzt rüber
Ich tue, was ich muß
Ich sage gar kein Wort
Fasse nur an deine Brust

Entschuldigung
Ich mache keine Worte
Denn ganz schnell verliert
Und verfängt man sich
Tanzt nur auf der Oberfläche
Und kommt zum Eigentlichen nicht

Also, noch ein tiefer Blick
Dann gehen wir
Lassen uns treiben
Und schauen nicht zurück

Mit Phantasie und Ekstase
Ganz ohne Worte-
Erleben wir unser tiefes Glück





LIEBE LIEBSTE, DICH ZU SPÜREN

Liebe Liebste, Dich zu spüren
Ja, es war schön
Ich bin gerne bei Dir und in Dir
Das fühle ich
Küß mich bitte wieder

Ach, liebe Liebste
Wie soll ich's nur bloß sagen
Unsere Münder stumm sie endlich sprachen

Träumten sie von einem Augenblicke Ewigkeit?
Aus zwei wird eins?
Und Du allein bist mein?
Für diesen Augenblick der Ewigkeit?

Wenn Du Dich doch wolltest mir nur geben
Eindringen wollte ich in Dich
Spüren mit Dir den Quell des Lebens
Wenn Du mich endlich wolltest nur umgeben





FÜR CHRISTINE

Lange schon bist Du fort
Du bist nicht hier
Und Du bist nicht dort
Niemand kennt ihn
Deinen unbekannten Ort
Schon lange bist Du tot
Und die anderen sagen
Es gibt gar nichts mehr
Was Dich noch hält
In dieser unseren Welt
Sie sagen, wer gestorben ist
Ist für immer verloren
Hat sich aufgelöst ins Nichts
Der Tod ist dunkel
Das Leben aber ist Licht
Ich denke das nicht
Worte mit Angst gesprochen
Erkennen die Wirklichkeit nicht
Nur die Menschen bilden Gegensätze
Das Leben kennt sie nicht
Christine, Du bist nicht mehr
So wie damals, so wie ich jetzt
Aber für das allmächtige Leben
Bist Du ein ewiger Teil
Der niemals wird vergehen
Und so lange ich lebe
Als Mensch im menschlichen Gewand
Hält unser zartes Band
Erinnerungen und Gedanken
Halten Dir still die Hand
Christine, und wer weiß
Wenn ich dann selbst gestorben bin
Wird aus dem Geheimnis
Ein ganz klarer Fall
Wir treffen uns irgendwie
Und leben dann überall





DES MANNES TODESGEBURT

Hoch oben in der Erde höchster Krone
Welch lieblich klingend kindlich Getose
Noch in den Wehen greift ein Quell nach dem Leben
Beginnt sein Todesstreben
Zum Bache angewachsen
Springend voran mit sprühendem Lachen
Vertreibt des Weges noch versteckte Plage
Mit Freund Holzspan und Kieselstein
Im fröhlichem Gelage
Erwacht im Flussesrauschen und schwerer Bürde
Gleitet mit donnerndem Brausen in ritterlicher Würde
Teilt des Weges manche Strecke mit immer neuen Gefährten
Führt den totgeglaubten Fels - fort
Zu einem neuen Ort
Mit Angesicht eines Gelehrten
Halt inne- ein See!
Oh Funkel, oh lockender Glanz
Geblendet von der Schönheit Macht
Läßt sich treiben zum alten Spiele
Mit Kindeshast ist das Feuer entfacht
Doch vergessen die treibende Kraft
Weisend zum unbestimmten Ziele
Sprengt die Ketten goldener Haft
Verlassend die Stätte lieblicher Rast
Strömt weiter mit jungem Gefühle
Sich ergießend im Meere
Mit ergebener Eile
Gefunden den höchsten aller Siege
Löst sich auf in alle Teile
Spürend die erlösende Leere
Gebaut ist das Gefüge
Beendet sein Todesstreben
Beginnt sein - das Leben





NACHTGANG

Vor dem schwarzen Wald
Atmet tief die Erde kalt
Der Nebel zieht so langsam
Als stünde er bald

Du mußt stehen bleiben
Überall schwingt dunkles Schweigen
Kannst das eine vom anderen
Nicht mehr unterscheiden

Leise ruft die Stille
Und zieht Dich fort
Weg vom Denken und Wille
An einem tieferen Ort

Alle Tarnung gleitet ab
Außen dann wie nackt
Und innen dann – wie
Zu Dir selbst erwacht

Vor dem schwarzen Wald
Atmet tief die Erde kalt
Der Nebel zieht so langsam
Als stünde er bald





GRABSCHAUFEL

Mit dem Schrei an das Leben
Schuf er die Schaufel
Tat den ersten Stich
Um sich zu nehmen und wieder zu geben
Was Das Leben ihm gab
Und alle gaffen und schauen
Welch wundervoller neuer Anblick
Es war getan, der Anstich zum Grabe

Aus den Schreienden wurden Grabende
Zwischen ihnen ein festes Band
Die Schaufel wird gereicht - von Hand zu Hand
Denn gebaut ist eine neue Stätte

Mit der Eile des Wunders wird bemessen
Und alle tauschen das so öde Land
Begehen -ach- so unbedacht, die neue Strecke
Für und in die Stadt
Es war aufgetan: der dunkele, tiefe Schacht zum Grab

Aus den Grabenden wurden Meister
Und jeder hat schon seinen festen Platz
Die Schaufel längst vergessen

Im Rausche des Verlockens - mit trügerischen Lachen
Sie hämmern und feilen, laufen und staunen, malen und messen
Trotz Plage, Hast und ???trocken-krochen-kuchen???
Lassen sie entstehen in der Stadt - eine Stadt

Die Strecke, die Wege - nun so viele Gassen
Und einjeder in seiner, sucht die andern - und findet sich verlassen
Wie ein Netz ist es verzweigt und fein
Alle gehen einander vorbei
Einjeder weint und ist allein

Aus doch so fröhlichem Zusammenleben - ein bitteres Erwachen
Es ist ein lebendiges Grab geschaffen





DAS GOLDENE TOR

Feucht und dunkelgrau
Dieser zu frühe Morgen
Wieder die selben müden Schatten
Mit ihren immer gleichen sorgen
Sie schweigen und sie frieren
Sie sind so seelenlos
Sie sind so namenlos
Und dabei sich zu verlieren

Tagein - tagaus
Mehr in dieser Wildnis
Als zu Haus
Sie gehen dem Ziel entgegen
Und geradewegs vorbei am Leben
Schaun nichts nach links und rechts
Vergessen alles Spiel im Leben
schaun nur herab und empor
Sie träumen vom Goldenen Tor

Das Goldene Tor - durch dieses muß man gehen
Das Goldene Tor - dahinter beginnt das Leben

Das Goldene Tor gibt es nicht
Das Goldene Tor gibt es nicht

Irgendein neuer Morgen
Alt sind sie geworden
Schleppen sich müde weiter
Entgegen ihrem Goldenen Morgen
Nach all den langen Jahren
Sie haben schwer daran zu tragen
An nie gelebtem Leben
An nie gefragten Fragen

Das Goldene Tor - durch dieses muß man gehen
Das Goldene Tor - dahinter beginnt das Leben
Das Goldene Tor gibt es nicht
Das Goldene Tor gibt es nicht
Gibt es nicht
Gibt es nicht

Immer noch ahnen sie nicht
Bei ihnen beginnt das Leben
Und ohne Mut zu sich
Kann es keine Freiheit geben
Denn das Goldene Tor - gibt es nicht
Gibt es nicht

Es gibt nur Dich!





DIE WORTE

Mit Bemühen
Wähle ich sie
Doch das Tiefste
Treffen sie nie

Eine Brücke sind sie
Von mir zu dir
Aber immer künden sie nur
Ein Hauch der Lebensgier

Das Wort fällt mir schwer
Denn das Leben dahinter
Ist wie in Worten gefangen
Als lebte es nicht mehr

Wenn das Wort den Fluß
Des Lebens unterbricht
Verstehen wir uns
Auch mit tausend Worten nicht

Soll aus Worten
Tiefe und Leben erklingen
Müssen wir mit Unschuld
Im gleichen Rhythmus schwingen





KEINE WORTE

Ich sehe, ich sehe
Ich fühle
Ich spreche nicht

Ich erkenne
Ich teile
Das Ganze nicht

Am Grund
Bin ich nicht
Und ich bin es nicht

Das andere
Das bin auch ich

Am Grund
Da spreche ich nicht
Da bin ich du
Und du bist ich

Am Grund
Müssen wir schweigen
Damit wir vereint
Und zusammen bleiben

Wir sehen, wir sehen
Wir fühlen
Und zerstören unsere Einheit
Durch Worte nicht





ES GIBT KEINEN GRUND - NUR DICH

Wenn es gibt
Auch nur einen Grund
Dann gibt es
Unendlich viele gründe

Und du suchst
Nach einem Anfang
Und weißt nicht
Wo fängst du an

Du sagst, du suchst
Nur die Klarheit
Aber, was du willst
Ist Sicherheit

Für immer geklärt
Gestern und morgen
Hier und dort
Leben ohne Sorgen

Keine Störung mehr
Wenn dieses,
Dann folgst das
Ein System mit Verlaß

Doch, überall ist Leben
Du bist mit allem
Ob du es nun kennst-
Oder auch nicht - verquickt

Dein trennender Blick
Ändert daran nichts
Egal welche Gründe du findest
Und Worte du sprichst

Du warst und bist
Hier und immer
Und einen anderen Grund
Außer Leben findest du nimmer

Du blickst weit
Voran und zurück
Findest keinen Halt
Und verlierst dein Glück

Komme nur zurück
Zähme deine Angst und Begier
Alles was du suchst ist auch hier

Mut allem voran
Brauchst du
Anfang bist du
Und der erste Grund dann

Wenn es gibt
Unendlich viele Gründe
Dann gibt es keinen Grund
Nur Leben-
Leben heißt dann dein Fund





GESPRÄCH MIT DIR

Ich spreche
Und teile dir
Etwas mit
Das existiert
Und auch nicht

Mit Worten
Nur beschrieben
Bleibt dir alles fremd
Du hörst zwar
Aber wir bleiben getrennt

Der Inhalt ist vorbei
Das Wort lebt
Im Augenblick
Ganz auf mich
Richte deinen Blick

Mit den Worten
Kannst du mich
Nur verstehen
Wenn du bereit bist
Mit mir zu leben

Erst mit Offenheit
Hörst du mehr
Du fühlst das Wort
Wie es schwingt
Und uns näher bringt

Höre - aber
Hinter den Worten
Spüre mich
Nur so
Verstehe auch ich dich

Zum Gespräch
Nur Worte reichen nicht
Jeder muß geben
Mit den Worten
Auch von seinem Leben





FRAGEN UND EINE ANTWORT

Wie der Wind spielt
Mit welkem Laub
Die Zeit kommt
Und ich werde zu Staub

Habe ich was
Bevor ich sterbe
Für euch geschafft?

Oder gehe ich unbemerkt
Still und leise
Eines Wortes nicht Wert?

Die Zeit, die noch bleibt
Ist nicht lang
Etwas schon ist mir bang

Nein, keinen Vorwurf
Mache ich mir
Nur eines - war ich ehrlich zu mir?

Habe ich das
Was in mir angelegt
Mutig auch ausgelebt?

Oder habe ich nur
Auf die anderen geschaut
Selbst mir nichts getraut?

Ganz verzagt
Immer mitgemacht
Nur auf Sicherheit bedacht?

Niemald ganz frei gelacht
Oder laut geweint
Nie Freund, nie Feind?

Wie in Erinnerung bleiben
Wenn man sich versteckt
Anstatt sich zu zeigen

Die Zeit, die noch bleibt
Ist nicht lang
Für euch - mit mir
Fange ich noch heute an?!





DIESE MUSIK

Diese Musik gehört
Und ich falle zurück
Ganz ungestört
Fügen sich zusammen
Die Mosaike meiner Seele
Zu einer Einheit
So daß ich empfinde
Ich lebe, ich lebe

Ich brauche kein Wort
Ich bin bei mir
Nur auf einer Ebene
Die ist auch in dir
Aus gestern und heute
Aus ich und du
Wird jetzt und wir

Alles in Bewegung
Ich bin hier
Und auch dort
Diese Musik entführt mich
Aus allem Wollen fort
Ursprung und jetzt
Ist Schwingung ewiglich
Und das bin auch ich





HAST DICH VERLOREN

Ganz egal worum es geht
Du weißt so viel
Und sprichst überall
Von allem mit
Ganz ohne Nachhall
Und verlierst dich damit

Ob es geht
Um dies oder das
Immer bist du
Informiert im Übermaß
Sprichst ganz schnell
Ohne Unterlaß

Inmitten all der Hektik
Treibst du hin und her
Was du gestern sagtest
Weißt du
Heute nicht mehr

Du schwimmst
Im Meer der Neuigkeiten
Ganz leicht gesagt
Und schneller noch vergessen
Ganz seicht
Nur dem Moment angemessen

Das Neue kommt und geht
Doch du fühlst dich
Immer weniger
Und bleibst ohne dich
Leer und zurück
Als gäbe es dich nicht

Du hast dich
An das Außen verloren
Und das Besondere
Mit dem du geboren
Ging dir verloren





FELS UND WELLE

Immer zu sein
Wie ein Fels im Meer
Kostet Kraft
Und macht verloren leer

Anders die Welle
Vom Wasser nicht getrennt
Kommt sie sacht oder schnelle
Kaum daß man sie erkennt

Sie ist da
Und sie ist es nicht
Mal kommt sie verspielt
Mal mit Kraft und Gewicht

Nie bleibt sie
Wie sie gerade ist...





KEIN KIND MEHR

Nicht das Alter ist die Frage
eher schon Zeit und Raum
Du siehst Dich ruhig um
und sagst Dir, aus der Traum

Es gibt nichts Gleiches, nur Gedanken
es gibt nur Menschen, keinen Gott
möchtest Dich für Gutes bedanken
Du schaust in die Ferne, ohne Schranken

Du siehst klar, aber bist allein
nur noch Bewegung um Dich herum
jedes Wort ist nur ein Versuch
jedes Gesetz und alle Wahrheit verstummt

Inmitten all`der anderen ohne Illusion
gehst Du langsam ohne Hast
wert für Dich hat nur noch
was Du selbst aus Dir heraus erschaffst

Jetzt hilft Dir kein Verstecken mehr
nur noch ein klares Ja oder Nein
dieser freie Blick zwingt Dich
mutig voranzugehen oder stehen zu bleiben





LEBEN UND WORTE

Ist dann wieder
Ruhe eingekehrt
so wirkt die Macht
des Wortes nicht mehr

Alles ist nur Leben
und fließt dahin
Worte geben nur flüchtig
Augenblicken einen Sinn

Das Leben im Fluß
kennt keine Teile
die das Wort
heraustrennen muß

Doch je mehr er erkennt
der Mensch
desto mehr wird er
vom Lebensstrom getrennt

Er lebt verirrt
in einer künstlichen Welt
der Blick in die Tiefe
bleibt ihm verstellt

Die Natur
die ihn einst geboren
im Rausch der Zeit
geht ihm verloren

Es bleibt nur
Glanz und Schein
schnelles Glück
für alle, nur ganz allgemein





SEI WIE DU BIST

Das ist wichtig...
Zeige Dich nur so
Wie Du bist
Wenn Du stark bist
Sei nicht schwach
Wenn Du schwach bist
Sei nicht stark
Wenn Du Nein meinst
Sage nicht Ja
Wer Dich erkennen soll
Muß Dich bemerken
Verstecke Dich nicht mehr
Oder Dein Leben
Bleibt fad und leer





WENIGER IST MEHR

Das ist alles viel zu viel
Ich brauche das nicht
Ich bin ganz bescheiden
Ich brauche wieder einmal mich

Überall zu viele Worte
Wahrheiten schnell und seicht
Gefühle wie Plakate
Bunt, wechselhaft und leicht

Muß` wieder frei atmen
Und in die Ferne sehen
Alles Halbe abstreifen
Und aus mir heraus leben

Ich brauche ganz wenig
Etwas Ruhe und Schweigen
Damit ich aufrichtig kann
Im Augenblick verweilen

Zu Vieles ist viel zu viel
Es lenkt nur ab
Und macht ganz leer
Viel weniger ist viel mehr








 

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DIE MACHT DER NACHT

Einst war gewesen eine Zeit
Da nichts gewesen
Und auch nicht die Zeit
Chaos wars
Dunkle Nacht
Nichts und ringsum Ewigkeit
Undefinierbar dieses allzu Allgemeine
Dieses Ehemals
Dieses Immerdar
Das noch heute wirft die Schatten
In den hellen Tag von heute
Zeit wollt' es werden
Tag sollt' es werden
Leben sollte wollen werden
Und so auch wir
Die wir wollen werden

Heute bestimmbar alles scheint
So klar umrissen
Abgegrenzt
Scheinbar nichts eingetaucht
In Vergangenheit
Nichts eben getränkt in dunkles Nichts

Und dennoch
Vergangenheit ist die Wurzel dessen
Das da ständig ist
Das da wächst und wird
Alle Vergangenheit ist allgegenwärtig
Alle Nacht hat Macht
Wir merkens nicht

Denn Stille ist der Schatten dieser großen Nacht
Denn Stille ist der Schatten dieser großen Macht





DIE LÄNGSTE NACHT

Ein Mondsüchtiger nimmt seinen Gang
und wandert auf der Peripherie
im Kreis der Zeit endlos entlang

Man sieht ihn unter dem Firmament
Er träumt und seine Augen funkeln
Ewigkeit auf seinem Weg in jedem Nu Moment

Abermilliarden Diamanten prangen
Das Gesetz von Zeit und Ewigkeit in seinen Augen weilt
Himmlisches Sternenzelt, du leuchtender Prunk!

Der Wanderer aber wandelt blind unter fernen Welten hinweg
Mattes Dunkel umwirbt sein Herz
Er träumt wahrlich gern

Es träumt der Äther vor sich hin
Allzeit von Anbeginn
So gebietets sich

Ja, du bist die längste Nacht!

Träufelst Diamanten milliardenfach
Wirfst grelles Licht auf einen jeden Weg
Und läßt dabei verschatten, was wir allzeit hatten

Am Ende des Kreises leuchtet ein übergroßer Stern - der Tag
Fast hört man sein lautes Getöse
Aber nimmer wird der Wanderer wach

Hörst du den Dauerton der Zeit?
Er tönt auf der Peripherie
Monoton entlang

Benommen ein Süchtiger folgt seinem Gang in Trance
Seine Augen funkeln
-Für ihn ist Tag!-





RUHE DEN SCHLAFENDEN

Wir träumen, wir träumen
Wir träumen, wir seien wach
Wir träumen unseren schönsten Traum
Wir träumen, es ist Tag

Nacht aber ist es
Und Nacht auch bleibt es
Auch daß wir Wache halten
Daß alles bleibt im Schlummer
Störet nicht den Traum der Welt!
Erwachend erschrickt sie sich zu Tode
Ein Gott selbst daher
Störet nicht den Schlaf der Welt
Niemals gab es je den Tod
In der Welt da kreist der Weltentraum

Psst... störet nicht die Schlafenden!
Ruhe denen, die da kreisen
Friede für diese Welten
Sprenget nicht den Kreis
In alle Ewigkeit
Amen.





HEILIGE KUH

Kennst du das? – Mann!
Du dringst ein in sie - tiiieeef!
Und es ist heilig
Denn sie umgibt Dich
Mit dem Schlund zur Ewigkeit
Kennst du das?

Dein Nachbar aber
direkt hinter deiner Wand
Tut das Gleiche
Aber er ist nur Fleischer
Dieser arme Teufel
Er durchbricht ein Scheunentor
Er ist einfach nur ein Schwein!
Kennst du das?

Du aber schreitest durch das warme Tor
Hinein in die Ewigkeit
Und bist umgeben von der Geborgenheit
Die das All durchflutet
Du bist zu Hause
Und Du fühlst ganz deutlich
Du warst es immer
Und aber sie
Was fühlt wohl sie?
Denn sie ist voller Sehnsucht
Sie fühlt: Komm nach Hause!
Und bleib bei mir - ewig!





DIE LETZTE NACHT

Die letzte Nacht zu Hause noch
Da schlief ich tief
Denn ich träumte doch
Ich träumte noch von Dir
Und in diesen schönen Zeiten
Wie hatt' ich Dich gemocht
Ich mußte nicht mehr leiden
Was ich träumte war schon schön
Es war der Traum von Dir
Doch dann danach
Es auszuhalten
Das war unendlich schwer
Du weißt ja nicht
Doch glaube mir





NACHTWACHE

Halb fünf Uhr morgens früh
Und noch immer schlage ich meine Teufel tot
Schon will es hell werden
Zu früh mir kommt
Was kommt jeden Tag
Nach der Nacht der Tag
Bis dahin aber muß ich es schaffen
Wenn nicht
Dann schlagen mich die Teufel tot

Des morgens habe ich alle Teufel totgeschlagen
Am Tage schlagen mich die freundlichen Menschen
Ein jeder ist ein Verräter
Ein armer Wartender einjeder
Sie lauern auf mich; denn sie kennen mich
Sie erkennen mich, den, der totschlägt Teufel in der Nacht
Zerschlagen wollen sie ihren bösen Traum, ihren Teufel
Ihr Teufel, das bin ich
Bis zum Abend soll ihr Teufel totgeschlagen sein

Des Abends rufen meine Teufel mich
In die Tiefe folgen die Wartenden mir nicht
Denn sie warten
Auf den, der auftaucht morgens aus der Tiefe

Des Morgens sind alle Menschen wieder freundlich





FREUNDE FüRS LEBEN - DER NAHE FREMDLING

Einen neuen Freund ich hab
Den Namen ich nicht nennen mag
Noch nicht!-
So viel aber verrat ich schon
Bei einem jeden geht er um
Mein neuer Freund er ist
Ich sagt es schon
Ein dunkler Bruder ist er
Das sage ich dazu
Bei einem jeden in seiner dunklen Nacht allein
Geht er gerne um
Errät man ihn? Ihn kennt man doch! oder?-
Man kennt ihn schon
Ihn kennen wollen
Ja, das ist es
Das will man nicht
So war es lange schon
Gar immer schon
Immer schon war mein Freund sensibel
Sensible Wesen leiden
Wenn man an ihnen achtlos vorüberzieht
Allzumenschlich ist das nur
Wohl verstehe ich das
Nun aber anders
Ich pflege die Freundschaft
Mit diesem nahen Fremdling
Dem dunklen Bruder unsrer selbst
Schatten des Lebens
Einst machte mir mein dunkler Bruder Angst
Und er macht es auch heute noch
Doch keiner steht einem näher als dieser
Nichts geht einem näher an als das
So schließen wir doch Freundschaft!
Es lebt sich leichter so
Mit diesem nahen Fremdling
So sei in meiner Nähe
Lieber Tod!
Nein, ich laufe nicht mehr weg
Wann immer Du kommen magst
Da sein will ich
Die Welt kann schön sein
Wenn man sie nur läßt
Wie sie ist
Und nun will ich nicht mehr daran rühren
Ewiges Leben
Nun liege ich auf der großen grünen Wiese
Tausend bunte Blumen überall
Und über mir endlos blauer Himmel
Es ist luftig, und ich fühle mich wohl





DER TRAUM VON DER MÖWE

Vor mir die schwarze Möwe
Stumm und taub ihr Flügelschlag
Vor mir die heimliche Nacht
Müde ist sie bis ins Nichts
Vor mir das begreif ich nicht
Stumm und taub so müde mein Gesicht.

Die schwarze Möwe
Wo fliegt sie hin?
Voran, voran!
Ist das ihr Ziel?
Was nur ist ihr Ziel?

Im fernen Dunkel
Trägt sie sich voran
Meine Blicke reisen ihr nach
Doch sie verlieren sich immer mehr.

Im fernen Nichts weit vor mir
'ahn es
Ist die Möwe fast im Licht.

Ich sehe es
Sie ist verloren

Denn hinter mir - es kreischt - eine weiße Möwe - es wird Tag.





WIEGE DES SEINS

Auf weichen Wellen sich wiegen
Wagen wirs
Auf fernsten Meeren ganz allein
So wagen wirs
Umschlossen sein
Von nichts sonst
Als vom eignen Horizont
Treiben als Teil des Ganzen
Ohne selber Teil zu sein
In der Weite des Ozeans
Allein
Umschlossen von sich selbst
Vertraut mit der eignen Weite
Dieses wolle!
So ist die Welt grenzenlos
Und voller Wunder
Geheimnisvoll ist sie
Die Welt der eignen Grenzen
Sei umschlossen von heller Sonne!
Von Sternen, Dunkel, Mond und Wind!
Geborgenheit
Das erfährst Du
Wagen wirs!
Sich treiben lassen, einfach so
Hinaus
Hinaus!
Wagen wirs!





HÖHENFLUG

Gestern lud mich ein
ein leichter Traum.
Er winkte mir zu
und ich verstand es wohl.
Er flüsterte zu mir
segele nun!

Da segelte ich weich
und weiter noch
hinein in einen fernsten Traum.
Ich segelte stumm
es segelte leise
zu hören keinen Laut.
Dieser Flug zog Bögen ohne Zeit
ich war gereist
ohne Ziel und weiter noch.

Bis jetzt eben
im Kreis, im Kreis
alle Uhren standen still
ringsum überall
ein jedes grüßte sich in Einigkeit
im Kreis, im Kreis.

Ja, alles ließ ich hinter mir
und unter mir meine geliebte Welt
Welch Höhenflug!
welch runde, weite Welt!
daß ich derart träumen darf!
Weiche Winde strichen lieb und leis
strichen rein, strichen weiß
in diesem fernsten Traum
Oh Sonne über mir!





WELLENGANG

Heut ist Wellengang
Da sind alle Wellen Wesen.
Heut ist Lebewesentag
Morgen solls sein gewesen-
Heute aber wahr
Heute - das ist jetzt
Denn ich fühle deutlich
Alle Wellen leben.

Mein Gedankengang
Der ist heute
Zwischen uns das Wasserband.
Das denk ich so
Das ist eben mein Gedankengang.
Alle Gedanken seien Wellen
Ich will das, daß sies sind
So will ich, daß sie leben.

Und ich will auch fragen
Was das ist, was wir sind:
Wasser wäre unser Körper
Und Wellen wären Gedanken
Sie durchwandern unsern Körper
Wandern wäre Grund des Wandels
Ohne Wandel begriff man nicht das Wasser
Denn Begreifen, das ist Wandeln.

Den Gang des Seins
Verstehe man als Wellengang!





JENSEITS VON SEIN UND WERDEN

Es gibt nur einen Gott, der nicht im Himmel wohnt
Der aber wohnt auf Erden.
Vielfalt, Wirrsal, Widerspruch und Kampf
Welt des Werdens
'ist bekannt, ein Leichtes ist das nicht.
Daher: Mit der Welt des Werdens wills wohl bei keinem werden
Mit der Welt des Seins ists dann eher schon
Und deshalb schon lange schon.
So nur und nur so
Fanden alle ihren Himmel schon.
Ist Gott denn aber wirklich nötig?-
Wie kann Welt des Werdens Welt des Seins wohl noch wohl werden?
Wie nur überhaupt kann sein, was ständig zwar wohl wird
Jedoch ständig neu wird nicht
Vielmehr sich schließen muß dazu im Kreise.
So nur wird die Welt des Werdens Welt des Seins werden
Werden können sein
So nur findet sich ein Ebenmaß
Nur so verliert sich auch ein alter ausgedienter Gott
Der hat seine Zeit gehabt!
Nur so findet sich ein Himmel
Nur so
Und das auf Erden.
Welt des Seins ist eben auch
Ein Leichts eben nicht.

Merke: Sein kann nicht das Werden noch das Sein und
werden kanns nicht mehr mit dem Sein noch mit dem Werden!





LIBELLEN AN SEEN

Libellen an Seen
der Himmel so blau
Ein Gewimmel von Leben
Hier bin ich zu Haus

Hier bin ich zu Haus
Wo immer ich bin
Leben, das bin ich auch
Laß mich bleiben kleines Kind

Die Wellen an Seen
Sie plätschern Gesang
Ich versteh ihre Seelen
Ich bin ihnen verwandt

Ich bin ihnen verwand
Alle doch sind wir kinder des Lebens
Und sind wir in ihrem Bann
Ja, wir selbst, wir sind es
Libellen an Seen
Das habe ich erkannt





ALS ICH KLEIN NOCH WAR

Als ich klein war
Noch klein ganz klein
Da waren immer diese Wesen
überall und um mich herum
Und sie gehörten eng zu meinem kleinen Leben
Dann aber verschwanden sie aus meinem Leben
Und waren einfach weg wie nie dagewesen
Ich glaube sie beschützten mich
Engel waren es
So etwas soll es geben





WINTER HIER AM SEE

Es ist tiefer Winter unten hier am See
Doch in diesem Jahre liegt kein Schnee
Klirrende Kälte ließ erstarren überall die Seelen
Und es fragt in mir: War ich hier bereits in frühren Leben?

Denn wohl bekannt so scheint mir sicher dieser Ort
Gefesselt bin ich von der Anmut, kann nicht weiter kann nicht fort
Und doch verspür ich Ruhe, freier Friede der in mir weilt
Wohlig mit einem Hauche von der im Augenblicke eingefrornen Ewigkeit

über weites Land hinweg und über all die Ebnen
Wollen warme Sinne wieder wandern, all das Schöne sehen
Meine Blicke schweifen in endlosen Weiten, schweifen in die Ferne
Und mit ihnen reist meines Herzens sehnsüchtige Wärme

Sie verlieren sich in endlosen, fernen Räumen
Und fallen wieder in den See, wo längst vergangene Wesen träumen

Einem stummen Fische gleich schaue ich durch das Fenster des Sees
Den Eisdeckel abzuheben war mein tiefster Traum

Nicht länger nur träumen wollte ich
Mein Herz es wollte hin zum warmen Licht
Wollte Frühling wollte Luft und Raum
An den Frühling will ich fest nur glauben

Doch warten muß ich hier am See
Warten bis der Winter geht
Halte inne, Frühling wird bald kommen, habe Mut
Bald wird fließen Glut zart wie Blut

Komm du lebensfroher Frühling und ziehe tief in alle Herzen ein!

 

 

 

 

SHIWA

finde du dein ewiges glück
in diesem einen fließend augenblick
ergreife ihn in deinem jetzt und hier
greife zu! geschwind, egal wie blind
vor allem tanze! damit du dich dabei verlierst
im taumel erfährst du ihn, du kleines kind
die zeit ist mit ihm wie der wind
ihr beide seid verrückt, verzückt
eine sekunde ewigkeit, sie ist so schnell geglückt
und rufe es getrost nur raus, weit hinaus: ja, ich bin!